Schüchternheit überwinden – Tipps & Übungen

Es fällt dir schwer, auf fremde Menschen zuzugehen? Du fühlst dich unwohl in ungewohnten Situationen? Oder du traust dich nicht, deinen Traummann oder deine Traumfrau anzusprechen, weil du zu schüchtern bist? Dann helfen dir die folgenden Tipps dabei, deine Schüchternheit zu überwinden und selbstsicherer aufzutreten.

Ursachen für Schüchternheit – daher kommen die Hemmungen

Die Ursache der Schüchternheit liegt häufig in der Erziehung. Denn Eltern ermahnen ihre Kinder in der Regel dazu, sich zu benehmen und nicht unangenehm aufzufallen. Besonders Eltern, die selbst ziemlich schüchtern sind, geben dieses Verhalten – oft unbewusst – an ihre Kinder weiter, indem sie ihnen vermitteln, sich zurückzuhalten und nicht die Blicke auf sich zu ziehen. Je öfter Kinder Sätze wie „Lass das“, „Das gehört sich nicht“ und „Sei still“ hören, desto mehr prägt dies den Charakter. Schüchternheit beginnt also im Kopf. Wenn du dir darüber im Klaren bist, fällt es dir leichter, dich deinen Ängsten und Unsicherheiten zu stellen und deine Schüchternheit zu überwinden.

Positives an Schüchternheit – mit diesen Eigenschaften punkten zurückhaltende Menschen

Bevor du dich daran machst, an deinem Selbstvertrauen zu arbeiten, solltest du dir zunächst einmal bewusst werden, dass schüchterne Menschen über bestimmte positive Eigenschaften verfügen, die von anderen als äußerst angenehm empfunden werden. So sind ruhige, zurückhaltende Menschen häufig sehr gute Zuhörer. Sie unterbrechen ihren Gesprächspartner nicht und haben immer ein offenes Ohr – Eigenschaften, die nicht nur gute Freunde zu schätzen wissen. Zudem sind Menschen, die zu Schüchternheit neigen, dafür bekannt, erst nachzudenken, bevor sie den Mund aufmachen. Dadurch ersparst du dir häufig Ärger, der entsteht, wenn impulsive Äußerungen fallen, die einem hinterher leidtun.

So überwindest du deine Schüchternheit Schritt für Schritt

Um deine Schüchternheit zu überwinden und selbstbewusster aufzutreten, solltest du dir die folgenden Tipps zu Herzen nehmen.

Als Erstes solltest du lernen, deine Schüchternheit zu verstehen und zu akzeptieren. Setze dich mit deinen Ängsten und Unsicherheiten auseinander und übe dich in Selbstliebe. Das gelingt am besten, wenn du dir deine Stärken bewusst machst. Kannst du besonders gut zuhören? Bist du ein sehr geduldiger Mensch? Fällt es dir leicht, dich in andere hineinzuversetzen? Bist du großzügig und hast einen Sinn für Gerechtigkeit? Rufe dir deine positiven Eigenschaften immer wieder vor Augen. Das stärkt dein Selbstvertrauen.

Außerdem solltest du deiner Schüchternheit etwas näher auf den Grund gehen. In welchen Situationen bist du besonders schüchtern? Wenn du auf fremde Leute zugehen musst? Wenn du einen Vortrag halten sollst? Oder wenn du flirten möchtest? Wenn du weißt, in welchen Momenten du immer sehr unsicher bist, kannst du gezielt an deinem Verhalten arbeiten, indem du dich regelmäßig Schritt für Schritt diesen Situationen aussetzt.

Positiv denken und öfter mal Ja sagen, um die Schüchternheit zu überwinden

Wer selbstbewusster auftreten möchte, sollte lernen, sich nicht allzu ernst zu nehmen und sich nicht zu viele Gedanken zu machen. Viel zu oft fragen sich schüchterne Menschen:

  • „Was denken die anderen über mich?“
  • „Mögen sie mich?“
  • „Finden sie mich unsympathisch?“

Dann malen sie sich nicht selten irgendwelche Horrorszenarien aus, haben Angst sich zu blamieren, etwas Falsches zu sagen, kein Wort herauszubekommen und so weiter. Diese negativen Gedanken halten sie häufig davon ab, überhaupt jemanden anzusprechen. Daher solltest du die Bedenken Lügen strafen, indem du über deinen Schatten springst und einfach mal auf jemanden zugehst und ihn ansprichst. Dann wirst du feststellen, dass sich deine Befürchtungen gar nicht bewahrheiten.

Wenn du deine Schüchternheit überwinden möchtest, ist es sehr wichtig, dass du dich wohl in deiner Haut fühlst. Dazu trägt zum Beispiel dein Outfit bei. Wer seine Lieblingsjeans und sein neues Shirt trägt, wirkt meist automatisch selbstbewusster. Auch in einer vertrauten Umgebung fühlen sich schüchterne Menschen meist wohler, da sie häufig fremde Menschen oder Orte scheuen.

Die Körperhaltung trägt ebenfalls viel zu einem selbstsichereren Auftreten bei. Studien haben gezeigt, dass eine offene und aufrechte Körperhaltung dazu führt, dass wir uns etwas selbstbewusster und stärker fühlen. Das heißt also für dich: Kopf hoch, Brust raus, Schultern zurück und Arme offen. Ebenfalls hilfreich: ein Lächeln auf den Lippen. Das macht dich gleich sympathischer und lässt dich offener wirken. Zudem erhöhst du damit deine Chance, selbst angesprochen zu werden.

Des Weiteren solltest du dir, wenn du deine Schüchternheit auf Dauer überwinden möchtest, angewöhnen, öfter mal Ja zu sagen. Viele schüchterne Menschen neigen dazu, Einladungen abzulehnen, da sie Neues scheuen und sich ungern auf unbekanntes Terrain mit vielen fremden Menschen begeben. Wer aber ernsthaft sein Selbstvertrauen stärken möchte, sollte öfter mal über seinen Schatten springen und sich auf neue Situationen einlassen. Häufig merkst du dann, dass diese gar nicht so schlimm sind, wie du vielleicht gedacht hast.

Heraus aus der Komfortzone

Mit diesen Tipps im Hinterkopf heißt es: Verlasse deine Komfortzone. Keine Sorge, dabei musst du nicht gleich ins kalte Wasser springen. Gehe ruhig ganz langsam Schritt für Schritt vor. Eine gute Übung für den Alltag besteht beispielsweise darin, mal kurz mit dem Kassierer zu plaudern oder mit dem Friseur ein Gespräch zu beginnen. Am Anfang fühlst du dich dabei vielleicht noch unwohl und unsicher, aber je öfter du dies tust, desto normaler wird das für dich.

Als Nächstes versuche doch mal, Passanten anzusprechen. Frage sie zum Beispiel nach dem Weg oder der Uhrzeit. Auch hier gilt: Übung macht den Meister. Wer täglich mindestens eine fremde Person anspricht, verliert mit der Zeit die Hemmungen.

Schließlich kannst du einen Schritt weitergehen und zum Beispiel einem Verein beitreten. Ob du dich einer Tanzgruppe anschließt oder einem Lesezirkel beiwohnst, ist dabei zweitrangig. Wichtig ist, dass du neue Leute kennenlernst und dabei üben kannst, über deinen Schatten zu springen und die Leute anzusprechen. Das Gute dabei: Dank des gemeinsamen Vereins habt ihr direkt ein gutes Gesprächsthema.

Hilfe von Profis bei Schüchternheit

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, spezielle Seminare zu besuchen, die darauf ausgerichtet sind, das Selbstbewusstsein zu stärken. Hier führen die Kursleiter mit den Teilnehmern häufig Rollenspiele durch, die dabei helfen sollen, die eigene Schüchternheit zu überwinden. Wenn es dir am Anfang nicht behagt, mit vielen fremden Personen in einem Raum zu sitzen und Übungen zu absolvieren, denke daran: Alle sind hier, weil sie ebenso schüchtern sind wie du und möglicherweise genau die gleichen Hemmungen haben.

Übrigens: Wenn du insbesondere beim Flirten Probleme hast, weil es dir schwerfällt, jemanden anzusprechen, empfiehlt es sich, spezielle Flirtseminare zu besuchen. Hier lernst du anhand von Tipps, Übungen, Spielen oder auch Improvisationen, wie du deinen Traummann bzw. deine Traumfrau ansprichst und erfolgreich flirtest. Und vielleicht lernst du sogar im Kurs selbst jemand Interessantes kennen.

Apropos flirten: Wenn du insbesondere beim ersten Date sehr ruhig und zurückhaltend bist, hilft es, wenn du dich gut vorbereitest. Überlege dir bereits im Voraus gute Gesprächsthemen, über die ihr euch unterhalten könnt. Dabei kann es sich sowohl um aktuelles Weltgeschehen handeln, zum Beispiel ein momentan stattfindendes internationales Event, als auch um Persönliches wie eure Berufe, Hobbies oder Ähnliches.

Wenn es dir schwerfällt, über dich selbst zu reden, dann wende einfach den Fragen-Trick an. Erkundige dich bei deinem Date nach seinen Vorlieben und Interessen. Auch hier kannst du dir bereits vor dem Treffen ein paar Fragen überlegen, um unangenehmes Schweigen zu vermeiden.

Vor allem beim ersten Date ist Wohlfühlen das A und O. Das heißt für dich: Ziehe dir deine Lieblingsklamotten an und wähle einen Ort fürs Date, der dir sehr vertraut ist, zum Beispiel dein Stammlokal. Denn in einer wohlbekannten Umgebung, fällt es leichter, zu entspannen.